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Janusz-Korczak-Schule Boppard |
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Das Leben und Werk von Janusz Korczak Zusammenfassung von Friedhelm Beiner Henryk Goldszmit, genannt Janusz Korczak, gehört zu den wenigen Lehrern der Menschheit, die ihre humanistisch-pädagogische Botschaft nicht nur verkündeten, sondern auch mit ihrem gelebten Leben bestätigten. Als Sohn der assimilierten jüdischen Familie Goldszmit 1878 (1879) in Warschau geboren, interessierte sich Henryk schon als junger Mann für die benachteiligten Kinder der Großstadt. Er sucht sie in ihren Elendsvierteln auf und begleitet sie während der Semesterferien seines Medizinstudiums als pädagogischer Betreuer in die Sommerkolonien. Seine Erfahrungen verarbeitet er literarisch in viel gelesenen Büchern und Aufsätzen. Der bald in ganz Polen unter seinem Pseudonym Janusz Korczak bekannte Schriftsteller und Kinderarzt fasst als 30jähriger den Entschluss, den Kampf für das Wohl des Kindes zu seiner Lebensaufgabe zu machen. Er wird Leiter von zwei Waisenhäusern, hält Vorlesungen über Kindererziehung, arbeitet als Jugendgerichts-Gutachter, spricht regelmäßig im polnischen Rundfunk und setzt sich allenthalben für das „Proletariat auf kleinen Füßen", für dessen Recht auf Achtung und würdige Lebensbedingungen ein. Korczak schreibt für Kinder („König Hänschen I." u. a.), für Jugendliche („Kind des Salons") und für Erwachsene („Wie liebt man ein Kind", „Das Recht des Kindes auf Achtung"). Schon als 21jähriger legt er das Credo seiner Pädagogik literarisch nieder: „Kinder werden nicht erst zu Menschen, sie sind es schon". 1926 ruft er die erste öffentliche Kinderzeitung ins Leben, die von Kindern für Kinder geschrieben wird. In seinen Waisenhäusern richtet er Organe einer „parlamentarischen" Selbstverwaltung für Kinder und Erzieher ein, die die Kleinen vor Rechtlosigkeit, Willkür und Despotismus der Großen schützen und ihnen allen zur Einübung eines demokratischen Zusammenlebens dienen. Als die Nazis Polen besetzen und in Warschau das Ghetto errichten, müssen Korczak und seine jüdischen Waisenkinder dorthin „umziehen". Am 5. August 1942 werden alle zum „Umschlagplatz" getrieben, um nach Treblinka transportiert und dort ermordet zu werden. Korczak selbst erhält mehrere Angebote zu seiner Rettung, die er aber ausschlägt, weil er die Kinder auf ihrem letzten Weg nicht alleine lassen will. Der rastlose Kämpfer für eine friedliche Welt der Erwachsenen und Kinder erhielt 1937 den Goldenen Lorbeer der Polnischen Akademie für Literatur und 1972 posthum den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Friehelm Beiner ist Professor für Pädagogik in Wuppertal und Vorsitzender der Deutschen Korczak Gesellschaft e.V. |
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